Stromwirtschaft

 

Es wird unterschieden zwischen "Physischen Produkten" und "Finanziellen Produkten".

PhysischeProdukte sind:

  • Spotprodukte ((engl.: on the spot - auf der Stelle, sofort, sogleich), Geschäft gegen sofortige Lieferung)
  • Forwards (engl: forward - Zeit…, Termin…)
  • Physische Optionen auf Strom (Vorkaufsrecht, Vorrecht etwas zu festgelegten Bedingungen innerhalb einer bestimmten Frist zu beziehen (Call) oder zu liefern (Put)
  • Produkte mit indexierten Strompreisen (Statistischer Messwert, durch den eine Veränderung bestimmter wirtschaftlicher Tatbestände (z.B. Preisentwicklung in einem bestimmten Bereich) ausgedrückt wird, Plural: Indizes)
 

Erklärung der Begriffe

Spotprodukte
Spotgeschäfte sind Transaktionen für bestimmte Stunden des nächsten Tages (day-ahead-trading) oder der folgenden Tage. Die Schweizer Stromhändler sind direkt am OTC-Markt (Over-the-Counter) und an den wichtigen kontinentaleuropäischen Strombörsen angeschlossen (EEX, Powernext, APX, EXAA, OMEL). Kurzfristige Geschäfte umfassen Stunden, Stundenblöcke, Tage oder eine Woche. Es können standardisierte (Base, Peak) oder nicht standardisierte Produkte zur Anwendung kommen. Der Einsatz ist sinnvoll, wenn kurzfristig Energie benötigt oder verkauft werden soll (z.B. aufgrund von Prognoseänderungen, Kraftwerksausfällen usw.).

 

Forwards
Forwardgeschäfte sind mittel- bis langfristige physische Termingeschäfte für Stromlieferungen, die nicht über eine Börse, sondern bilateral zwischen den entsprechenden Parteien abgewickelt werden (Over-the-Counter). Dadurch ist es möglich Forwards nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Die Handelsunternehmen können Wochen-, Monats-, Quartals- und Jahresprodukte für alle relevanten zentraleuropäischen Märkte handeln (z.B. Frankreich, Deutschland, Österreich). Die Spezifikationen der Produkte reichen von Standards (Base, Peak) bis hin zu individuellen Fahrplänen.

 

Physische Optionen auf Strom
Heute vorsorgen und die Entscheidungsfreiheit wahren! Der Käufer einer Call-Option hat das Recht - aber nicht die Pflicht - eine bestimmte Menge Strom innerhalb eines definierten Zeitraums zu einem vorab vereinbarten Preis (Strike) vom Verkäufer der Call-Option zu kaufen. Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Prämie (ähnlich einer Versicherungsprämie) an den Verkäufer.

 

Vorteil:
Man erhält eine Wahlmöglichkeit über einen zukünftigen Strombezug zum heute festgesetzten Preis. Man kann mit einem fixen Strompreis rechnen. Kommt das Geschäft zustande, übt man die Option aus und erhält den Strom zum vereinbarten Preis. Wird die Bezugsmöglichkeit bis zum vereinbarten Termin nicht ausgeübt, verfällt die Option.
Man sichert sich gegen steigende Strompreise ab und profitiert von fallenden Marktpreisen. Damit ist das Risiko im Vergleich zum Forward bzw. Future asymmetrisch, da hier nur eine mögliche Marktentwicklung mitgenommen wird. Diese Asymmetrie ist auch der Grund für die notwendige Prämienzahlung.




Indexierte Strompreise
Ein indexierter Vertrag definiert sich aus einer Energiemenge zu einem Preis, der an einen Stromindex gebunden ist.



Beispiel:
Sie möchten von erwarteten, sinkenden Preisen profitieren und damit die Stromkosten senken? Sie können einen physischen Stromliefervertrag eingehen, dessen Preis an einen Stromindex (z.B. Phelix Base (EEX), OMEL, Powernext) gebunden ist.


Vorteil:
Sinken die Strompreise am Grosshandelsmarkt, profitiert man von fallenden Strompreisen. Statt einer Lieferung zum Fixpreis von 25 EUR/MWh zahlt man den aktuellen Phelix Base plus eine Abwicklungs- und Handlinggebühr. Die Vertragserfüllung kann wahlweise physisch oder finanziell erfolgen.