Geschichte Windenergie

 

In Europa wurde mit der Bockwindmühle eine wesentlich wirkungsvollere Bauweise entwickelt (1100 – 1200). Charakteristisch für diesen Mühlentyp ist der Rotor mit horizontaler Drehachse, dessen vier grosse Flügel sich in einer Ebene senkrecht zum Wind drehen. Durch die vorbei strömende Luft wirkt an den Flügeln eine sogenannte Auftriebskraft, die den Rotor antreibt. Diese Kraft hängt von der Flügelstellung und -form ab und wirkt nicht, wie der Name vermuten lässt, immer nach oben, wie es beispielsweise bei den Tragflächen eines Flugzeuges der Fall ist. Man nennt dieses Antriebsverfahren bei Windrotoren Auftriebsprinzip.

 

Bei der Bockwindmühle ist das Mühlenhaus drehbar auf einem hölzernen Bock gelagert. Mit Hilfe eines Hebelbalkens (Steert) kann das Mühlenhaus zusammen mit dem Flügelrad immer in die jeweilige Windrichtung gedreht werden. Die Drehbewegung des Flügelrades wird über das Kammrad, ein Vorgänger des Kegelzahnrades, und ein Getriebe auf das Mahlwerk übertragen.

Bockwindmühle in Deutschland
 

Eine Weiterentwicklung der Bockwindmühle ist die Kappenwindmühle (1573), bei der nicht mehr das ganze Mühlenhaus, sondern nur noch die obere Kappe der Windmühle in den Wind gedreht werden musste.

Kappenwindmühle
 

Blütezeit der Windmühlen in den Niederlanden
Zwischen 1600 und 1700 erlebten die Niederlande, nachdem sie sich die Unabhängigkeit von den Spaniern erkämpft hatten, eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. In dieser Zeit entstanden zahllose Windmühlen, die als Getreidemühlen aber auch als Wasserpumpen eingesetzt wurden, um das tief liegende Land zu entwässern.